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Weihnachtsbaum & Christbaum Bäume, die jedes Jahr wiederkommen

Vier Arten, ein entscheidender Faktor

Welche Baumart wofür taugt

Nordmanntanne, Blaufichte, Rotfichte, Nobilistanne: Sie unterscheiden sich in Nadel, Duft, Tragfähigkeit und Preis. Bei der Haltbarkeit ist der Unterschied kleiner als gedacht - dort entscheidet etwas anderes.

Der Überblick

Die vier Arten nebeneinander

Die Nordmanntanne stellt rund vier Fünftel des Marktes, die Blaufichte liegt bei etwa 15 Prozent, die Nobilistanne bei ungefähr drei Prozent.1 Der Rest verteilt sich auf Rotfichte, Kiefer, Douglasie und Colorado-Tanne.

Merkmale nach Angaben der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und forstlicher Baumartenportraits. Die Preisspalte gibt erwartete Endkundenpreise der Erzeugerverbände für die Saison 2025 wieder, keine amtliche Statistik.
ArtNadeln StichtZweige € je Meter
Nordmanntanne flach, stumpf, kammförmignein tragfähig, etagig23 bis 30
Blaufichte vierkantig, spitz, rundumja, deutlich kräftig, für schweren Schmuck15 bis 19
Rotfichte kurz, vierkantig, spitzja weicher, hängend12 bis 16
Nobilistanne blaugrün, aufwärts gebogennein sehr tragfähig, weit stehendkeine belastbare Angabe
Bestimmungstafel: Tanne gegen Fichte
Links eine Tanne: flache, vorn stumpfe Nadeln, kammförmig nach beiden Seiten in einer Ebene. Rechts eine Fichte: spitze Nadeln, spiralig rundum. Darunter die Querschnitte, flach gegen vierkantig - daran lassen sich die beiden auch einzeln unterscheiden. Zeichnung, keine Fotografie, mit KI-Unterstützung für diese Seite erstellt.

Die Lücke bei der Nobilistanne ist Absicht. Für sie ließ sich in den Saisons 2022 bis 2025 kein belastbarer deutschlandweiter Meterpreis finden - sie ist selten genug, dass die Verbände sie in ihren Preisangaben nicht getrennt ausweisen.

Der eigentliche Befund

Im Wasser hielten Nordmann- und Nobilistanne über 42 Tage praktisch gleich gut. Die Art war nicht der Unterschied.

Die Haltbarkeit hängt am Wasser, nicht an der Art

Die Standarderklärung lautet: Tannennadeln sitzen einzeln und flach am Zweig, Fichtennadeln rundum auf kleinen Stielchen, deshalb halten Tannen länger. Der erste Teil ist richtig und ein gutes Bestimmungsmerkmal. Der zweite folgt daraus nicht - die Nadelstellung ist kein Haltbarkeitsbeweis.

Was gemessen wurde, sieht so aus:

Öffentlich dokumentierte Versuche zur Nadelhaltbarkeit. Eine deutsche Reihe, die alle gängigen Arten unter identischen Bedingungen mit und ohne Wasser vergleicht, gibt es nicht.
UntersuchungWasser Ergebnis
Chastagner und Riley, begutachtet: Nordmann- und Nobilistanne ja über 42 Tage minimaler Nadelfall, kein wesentlicher Unterschied zwischen den Arten
Landwirtschaftskammer NRW, Nordmanntanne nein nach 14 Tagen noch gute Haltbarkeit
Landwirtschaftskammer NRW, Nordmanntanne ja nach sechs Wochen wirkte mehr als die Hälfte wie frisch geerntet
Landwirtschaftskammer NRW, Blau- und Stechfichte ja Leitungswasser genügt; Fichten reagieren auf Wassermangel mit vorzeitigem Nadelfall

Eine Einschränkung dazu, weil sie zur Ehrlichkeit gehört: Die 42-Tage-Studie belegt nicht, dass jeder gekaufte Baum sechs Wochen durchhält. Herkunft, Frische beim Kauf, Raumklima und Pflege wirken mit, und die Presseinformation der Kammer nennt weder Baumzahl noch Temperatur noch eine standardisierte Messmethode.

Wie viel Wasser er braucht und was wirklich hilft

Der zweitwichtigste Baum

Die Blaufichte, für alle, die schwer schmücken

Die Blaufichte, botanisch Picea pungens und deshalb auch Stechfichte genannt, stammt aus den Rocky Mountains. Ihre Nadeln sind kurz, vierkantig, spitz und stehen spiralig rundum vom Zweig ab. Sie piksen deutlich - daher der Name.

Ihr Vorteil ist der Astaufbau: kräftige, etagenförmige Äste, die schweren Christbaumschmuck tragen. Wer alte Glaskugeln oder echte Kerzenhalter aufhängt, ist mit ihr besser bedient als mit einer Nordmanntanne, deren Zweige zwar tragfähig, aber weicher sind.

Der zweite Vorteil ist der Preis: 15 bis 19 Euro je Meter gegenüber 23 bis 30 bei der Nordmanntanne. Der Nachteil ist derselbe, der sie zur Nummer zwei macht - sie sticht, und mit kleinen Kindern im Haus ist das ein Argument.

Ein Name ohne Baum

Die „Nordfichte" gibt es nicht

Der Begriff taucht im Handel auf, fast immer bei künstlichen Bäumen. Eine forstliche, verbandliche oder fachliterarische Quelle, die eine Baumart dieses Namens definiert, ließ sich nicht finden. Weder das Weihnachtsbaumlexikon der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald noch das Baumartenportrait der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft noch die Bundeswaldinventur kennen sie.

Umgangssprachlich meint der Ausdruck mal die Rotfichte (Picea abies), mal die Serbische Fichte (Picea omorika), mal einfach „irgendeine nordische Fichte".

Zuletzt geprüft am . Verantwortlich: Daniel Weihmann, Impressum.