Zum Inhalt springen
Weihnachtsbaum & Christbaum Bäume, die jedes Jahr wiederkommen

Nur mit Erlaubnis, sonst ist es Diebstahl

Den Baum selbst schlagen

In der Verkaufskultur oder beim Termin des Forstamts ist es erlaubt und schön. Im Wald auf eigene Faust ist es keine Kavaliersache, sondern ein Straftatbestand.

Der Kern

Das Betretungsrecht im Wald gilt der Erholung. Es umfasst kein Recht, etwas mitzunehmen.

Was erlaubt ist und was nicht

Nach § 14 des Bundeswaldgesetzes darf jeder den Wald betreten - zum Zweck der Erholung. Daraus folgt kein Aneignungsrecht. Ein Baum gehört dem Waldbesitzer, und daran ändert sich nichts dadurch, dass der Wald dem Land, der Gemeinde oder einem privaten Eigentümer gehört.1

Wer ohne Erlaubnis fällt und mitnimmt, begeht regelmäßig einen Diebstahl: Mit dem Abschlagen wird der Baum zur beweglichen Sache, und die wird weggenommen. § 242 Absatz 1 StGB sieht dafür Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren vor.2 Bei geringwertigen Sachen wird nach § 248a StGB grundsätzlich nur auf Strafantrag verfolgt, sofern nicht ein besonderes öffentliches Interesse besteht. Dazu können zivilrechtlicher Schadensersatz und je nach Bundesland Ordnungswidrigkeiten nach Landeswald- oder Naturschutzrecht kommen.

Ein Punkt, den viele nicht auf dem Schirm haben: Auch das bloße Betreten ist nicht überall frei. Niedersachsen untersagt ohne Befugnis das Betreten von Waldkulturen, Walddickungen, Waldbaumschulen und Einschlagsflächen; Sachsen nennt Naturverjüngungen, Forstkulturen und Pflanzgärten sowie Flächen während des Einschlags. Genau dort steht aber oft der Baum, der einem gefällt.

Die legalen Wege

Wo es tatsächlich geht

Rechtliche Einordnung nach Bundeswaldgesetz, Landeswaldrecht und Strafgesetzbuch. Stand der Recherche: 3. September 2026.
SituationBewertung
Ausgeschilderte Selbstschlag-Kultur eines Erzeugers, nach dessen Regeln Erlaubt. Grundlage ist die Zustimmung des Betreibers und der anschließende Kauf, nicht das Waldrecht.
Offizieller Termin eines Forstamts oder Landesforstbetriebs Erlaubt, aber nur zur angegebenen Zeit, auf der freigegebenen Fläche und nach den Regeln der Veranstaltung.
Öffentlicher Wald ohne Genehmigung Nicht erlaubt. Das Betretungsrecht dient der Erholung und umfasst keine Entnahme.
Privatwald ohne Zustimmung Nicht erlaubt. Der Wald ist nicht herrenlos.
Kommunal- oder Staatswald ohne Freigabe Nicht erlaubt. Öffentliches Eigentum ist kein Gemeineigentum zur freien Entnahme.

Angebote gibt es reichlich: Die Niedersächsischen Landesforsten, die Landesforsten Rheinland-Pfalz, der Sachsenforst und der Landesbetrieb Forst Brandenburg veranstalten regelmäßig Selbstwerbungstermine. Dazu kommen die Weihnachtsbaumkulturen der Erzeuger, die im Advent zum Selbstschlagen öffnen.

Was mitkommt

Vor Ort

Vor der Fahrt lohnt ein Anruf. Viele Anbieter stellen Sägen und untersagen aus Haftungsgründen eigenes Werkzeug; andere erwarten, dass man etwas mitbringt. Beides ist verbreitet, und beides steht selten auf der Internetseite.

  • Säge, wenn erlaubt. Eine Bügelsäge ist bequemer, eine Klappsäge passt in die Jackentasche und liegt danach im Auto, ohne dass die Klinge frei ist.
  • Handschuhe. Bei Blaufichten kein Komfort, sondern Voraussetzung.
  • Decke oder Plane fürs Auto. Harz auf der Rückbank bleibt.
  • Spanngurte, wenn der Baum aufs Dach kommt. Das Stammende gehört nach vorn.
  • Zollstock. Bäume auf freiem Feld sehen kleiner aus als im Wohnzimmer - das ist der klassische Fehlkauf.
  • Einen Eimer Wasser zu Hause bereitstellen. Wer den Stamm gleich anschneidet und einstellt, spart sich das Grübeln später.

Tief unten absägen, nicht in halber Höhe: Ein zu kurzer Stamm passt in keinen Ständer, und was oben fehlt, lässt sich nicht mehr ergänzen. Faustregel: mindestens 15 bis 20 Zentimeter Stamm unterhalb des untersten Astkranzes stehen lassen.

Falls keine gestellt wird

Werbung: Links führen zu Amazon

Kaufst du dort etwas, erhalten wir eine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts. Wir werden für Platzierungen nicht bezahlt und haben keine Absprachen mit Herstellern, siehe Wie wir auswählen.

Preise und Verfügbarkeit bei Amazon, abgerufen am 03.09.2026, 10:18 Uhr. Sie können sich jederzeit ändern.

Der Vorteil, den man verschenken kann

Frisch geschlagen ist der halbe Gewinn

Der große Vorteil des Selbstschlagens ist die Frische: Der Baum wird an dem Tag geschlagen, an dem er ins Haus kommt. Genau dieser Vorsprung geht verloren, wenn er danach zwei Tage trocken in der Garage liegt.

Deshalb gilt hier dasselbe wie beim gekauften Baum, nur mit besserer Ausgangslage: frisch anschneiden, sofort ins Wasser, Wasserstand halten. Bei einem Baum, der ohnehin gerade erst gefällt wurde, reicht ein dünner Anschnitt von ein bis zwei Zentimetern.

Wie viel Wasser er braucht und was nichts bringt

Ausführlich

Die Säge

Grüntek

Grüntek Hai Klappsäge, 180 mm

Für den frischen Anschnitt am Stamm und für die Selbstschlag-Kultur. Eine Klappsäge mit 180 Millimetern Blatt kommt durch einen Stamm von zehn bis zwölf Zentimetern, und mehr braucht ein Weihnachtsbaum üblicher Höhe nicht. Der Klappmechanismus verriegelt, das ist bei einer Säge, die im Kofferraum liegt, der eigentliche Punkt.

Preis7,89 € abgerufen am 03.09.2026, 10:18 Uhr, Änderungen vorbehalten
Blattlänge180 mm
Gewicht248 g
Verzahnunggehärtet, für frisches und trockenes Holz
SicherungKlappmechanismus mit Verriegelung
Wofür hierAnschnitt vor dem Aufstellen, Selbstschlagen

Spricht dafür

  • Leicht genug für den Handschuh­betrieb im Kalten
  • Verriegelter Klappmechanismus statt offener Klinge im Kofferraum
  • Reicht für Stammdurchmesser üblicher Baumhöhen

Spricht dagegen

  • Für Stämme über etwa 15 cm zu kurz
  • Keine Bügelsäge: bei vielen Bäumen hintereinander wird es mühsam

Zuletzt geprüft am . Verantwortlich: Daniel Weihmann, Impressum.